Geschichte Kilianikirche
Im frühzeitlichen Kiliani- Viertel, einem Überbleibsel des wohl ältesten frühstädtischen Mühlhäuser Straßenmarktes, haben wir, als Verein 3K- Kunst, Kultur und Kommunikation e.V., ein Zuhause gefunden. Hier haben wir unseren Spiel(T)raum verwirklicht: Den Umbau der Kilianikirche zu einem jugendkulturellen Zentrum. Viele Jahre lag die Kilianikirche brach und wurde als Lager einer Autowerkstatt genutzt. Dieses Kulturdenkmal galt es zu erhalten und im Sinne einer Umnutzung neu erlebbar zu machen.
St. Kilianus (689), Bischoff von Würzburg, gab der heutigen Kilianikirche das Patrozinum. Die genaue Gründungszeit der Kirche ist jedoch nicht bekannt, sie kann sogar frühmittelalterlich sein.
Urkundliche Überlieferungen (1287) sowie Baubefunde an Chor und Turm deuten auf einen romanischen Vorgängerbau „capella beati Kyliani“ hin.
Nach Abwanderung des Marktes „Unter der Linde“ im Kilianiviertel löste im 14. Jahrhundert ein Kirchenneubau im schlichten Baustil den alten Bau ab. Der Bau der heutigen Kirche erfolgte in drei Bauabschnitten:
Ca. im Jahr 1300 entstand der massiv Turmunterbau.
Die Errichtung des Langhauses erfolgte um 1350.
Der Chor entstand in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.
Bei den Stadtbränden in den Jahren 1422 und 1707 wurden die Innenausstattung, der Dachstuhl und die Turmhaube der Kirche völlig zerstört. Der Wiederaufbau des Turmes erfolgte mit einer schiefergedeckten „spanischen Haube“ in gleicher Manier wie die Türme der Vorstadtkirchen St.Martini und St. Georgi. Alle drei Türme stehen fluchtgerecht in einer Nord-Süd-Achse.
Bis 1920 bildete das Kilianiviertel eine selbständige Gemeinde. Der letzte Gottesdienst wurde dann Anfang der 60er Jahre gehalten. Im Jahr 1965 erfolgte dann der Verkauf des gesamten Geländes an eine Autowerkstatt, die den Kirchenraum als Lager nutzte.
Schließlich wurde 1991 eine Komplettsanierung des Turmes durchgeführt und im Jahr 1999 erfolgte eine Notsicherung von Langhaus und Dach.
