Jugendkunstschule

 

 

Jugendkunstschule Mühlhausen

 

                                                                                     

Die Jugendkunstschule feiert im Jahr 2012       Image                                                                                    

ihren 10. Geburtstag.

 

 

Unsere jüngsten Schüler sind Vorschulkinder. Zusätzlich zu den Angeboten in den Kindergärten, können sie sich bei uns ausprobieren und zu verschiedenen Themen malen und zeichnen. In der Jugendkunstschule arbeiten wir in diesem Alter nicht ergebnisorientiert. Es gibt zwar eine Aufgabenstellung, die Technik und Material beschreibt, aber wann das Bild fertig ist, ob schnell oder langsam, wie es letzten Endes auch aussehen wird, schreiben wir weder durch vorher gezeigte Beispiele, noch durch genaue Handlungsabläufe vor. Denn beides würde die Individualität unserer Kinder einschränken.

Grundschülern bieten wir zwei Kurse an. In diesen Kursen wird sich mit Malen und Zeichnen beschäftigt sowie mit dem

kreativen Umgang verschiedenster Materialien. Viele Kinder der Grundschulklassen befassen sich außerordentlich gern mit Malen und Zeichnen. Sie genießen es, wenn sie spüren, dass ihnen vieles nun besser gelingt (allein schon durch die verbesserte Motorik). Sie lieben die Materialien wie Dicke, breiige Farbe, Tusche, Feder, probieren alles gern aus. Sie spüren selbst relativ rasche Fortschritte beim Zeichnen, können Dinge von Mal zu Mal besser darstellen. Ihre Phantasie ist unerschöpflich Bis zum Ende der Grundschule treten vermehrt andere Fragen auf: Wie geht denn ein Gesicht richtig? Wie hält ein Pferd seine Beine? Die Flasche sieht nicht richtig rund aus. Ich schmeiße das Bild weg, ich hab hier über den Rand gemalt.
Rein künstlerisch gesehen ist das ein Nachlassen der individuellen Ausdruckskraft im Bild – rein künstlerisch gesehen! Doch es ist nur eine Entwicklungsstufe, der man frühzeitig begegnen muss.
Wir tun dies, indem wir auch schon in Klasse eins und zwei vorsichtig mit dem Naturstudium beginnen. Das Heißt: wir stellen Stillleben zusammen, stellen Dinge zum Abzeichnen in den Raum oder gehen mit den Kindern in die Landschaft. Und führen sie ganz behutsam in die Farb – und Formlehre, in die Gesetze der Perspektive ein. Es sind wunderbare Zeichnungen, die wir in dieser Kombination aus Wissen und sehen bekommen.
Ab der 5. Klasse wirken wundersame, seltsame Dinge auf die Kinder ein: Dinge die man vorpubertär und pubertär nennt. 1000 Dinge in ihrem Leben stürmen machtvoll auf sie ein, 1000 Interessen entfalten sich…. Das Zeichnen und Malen wird oftmals zur Nebensache. Trotzdem gibt es einige Kinder, die es immer noch gern tun. Aber auch in dem, was sie zeichnen möchten, wie sie arbeiten möchten zeigt sich dieses schwierig genannte Alter.
Sie möchten immer Dinge vom zweidimensionalen (also Fotos oder Bilder) abzeichnen, weil sie darin erfolgreich sind. Sie möchten immer Comicfiguren zeichnen, weil diese ihrer Albernheit und ihrer Vorstellung vom Zeitgeist entsprechen.
Aber vor allen Dingen zweifeln sie an sich. Auch wenn sie sich noch so anstrengen: es gibt immer etwas, was ihnen an ihren eigenen Bildern nicht gefällt. Sie vergleichen sich mit anderen, älteren, besseren und haben kein Selbstbewusstsein zum Fehlermachen. Das gehört aber in der Kunst wie auch in anderen Bereichen dazu. Viele, viele Menschen in ihrer Umgebung wollen sie zu irgendetwas motivieren, und es gelingt meist anderen besser als den Eltern und den Lehrern.
Druck
Alle Kunstschüler in diesem Alter interessieren sich nicht mehr für die Bandbreite dessen, was wir ihnen anbieten, sondern haben sich innerlich auf irgendetwas spezialisiert, etwas worin sie gut sind: Tiere malen, Porträts, Schriften gestalten, Muster und Strukturen zeichnen, sie zeichnen nach der Natur oder aus der Phantasie. Diesem selbst gewählten Thema und nur diesem geben sie sich voll und ganz hin. Vor anderen Themen bekommen sie Hemmungen und klammern sie innerlich aus.
Wir versuchen sie durch Aufgabenstellungen zu motivieren. Ein Anfangspunkt wird immer durch irgendetwas gesetzt. Damit überwinden wir mit ihnen die Schwierigkeit, überhaupt anzufangen. Und die Ermutigung zum Weitermachen, das Loben ist in dieser Altersklasse genau so wichtig wie bei den Kleinen.
Unsere Schüler ab Klasse 8 fördern wir gezielt, z B mit einer Vorbereitung auf kreative Berufe. Je älter die Schüler werden, umso stärker interessieren sie sich für ein gut beherrschtes Naturstudium. Sie lernen mit jedem Bild, mit jedem genauen Beobachten. Es gibt hierbei Talente und Schüler, die hart an sich arbeiten.  Große Schwierigkeiten treten bei den älteren auf, wenn sie aus der Fantasie Bildgestaltungen entwerfen sollen. Einerseits ist ihr Anspruch, auch dies ja richtig zu machen sehr hoch, und andererseits auch der Mut sehr klein einfach etwas zu beginnen. So, wie wir den Schülern ab 5. Klasse das Naturstudium beigebracht haben, lehren wir den älteren Schülern Mittel und Wege zu ihrer eigenen Bildfantasie wieder zu entdecken.
Kunst ist in jeder Altersstufe ein Weg, sich selbst besser kennen zu lernen. Durch Freude am handwerklichen und geistigen kreativ sein eine Bereicherung des Lebens zu erfahren. Das ist auf alle Fälle etwas, was wir von den Kindern lernen können, denn sie leben es ganz selbstverständlich.

 
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